Presse- mitteilungen
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06.12.2011 - Durchbruch beim Stärkungspakt Stadtfinanzen

01.12.2011 - Grüne wollen NS-Dokumentationszentrum

17.10.2011 - Grüne zum Klimaschutz in Duisburg und NRW: Immer einen Schritt voraus

Offener Brief von Doris Janicki an die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen in Duisburg

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

noch nie habe ich mich mit einem offenen Brief direkt an euch gewandt – aber ich bin auch noch nie so übel verleumdet worden, wie momentan. Seit meiner Rückkehr von der Chinareise u.a. in unsere Partnerstadt Wuhan und der Konzertreise der Duisburger Philharmoniker überschlägt sich die Presse geradezu mit Anschuldigungen gegen die DelegationsteilnehmerInnen und gegen mich als Delegationsleiterin im Auftrag der Stadt Duisburg. Wohlwissend, dass zu einer freien Presse auch gehört, dass auch Unsinn geschrieben werden darf, möchte ich allerdings euch gegenüber meine Eindrücke von der Chinareise schildern und es euch so ermöglichen, in politischen Gesprächen Stellung zu beziehen.

 

Zunächst einmal war dieser Besuch aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen Duisburg und Wuhan in meinen Augen eine erfolgreiche Vertiefung der Freundschaft zwischen den beiden Städten. Dass der Gesamteindruck der Reise nicht nur von mir so positiv gesehen wird, hat der Bürgermeister von Wuhan in einem Schreiben an den Duisburger Oberbürgermeister Sauerland noch einmal bekräftigt. Im Übrigen, so das Fazit meiner Gespräche, können das auch viele Mitreisende so bestätigen. Daher hat auch der Ältestenrat, in dem alle Fraktionen und Gruppen im Rat vertreten sind, einstimmig die vorgebrachten Anschuldigungen zurückgewiesen:

 

„Der Ältestenrat hat sich in seiner Sitzung am 29. Oktober 2007 ausgiebig mit den in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfen befasst und ist nach eingehender Diskussion zu dem Ergebnis gelangt, dass die Vorwürfe substanziell nicht aufrecht zu erhalten sind. Es ist bedauerlich, dass diese Kritik in der Berichterstattung der Medien so einen Raum gegriffen hat, dass die positiven Aspekte der China-Reise in den Hintergrund getreten sind und das Ansehen der Stadt Duisburg Schaden genommen hat.”

 

Obwohl dies der Presse alles längst bekannt war, hat sie ihre Angriffe unvermindert fortgesetzt. So wurde selbst nach der Pressekonferenz am Freitag, den 19. Oktober, bei der alle DelegationsteilnehmerInnen der versammelten Medienschar Rede und Antwort gestanden hatten, beispielsweise in der WAZ in der Überschrift weiterhin behauptet, dass „sich einige Delegationsmitglieder daneben benommen haben“ – und jetzt kommt es: „sollen“! Obwohl also in dieser Pressekonferenz alle angeblichen „Vergehen“ widerlegt werden konnten, wird weiterhin suggeriert, dass doch etwas daran sei.

 

Und so wird munter weiter spekuliert: „Man hatte in Duisburg nicht damit gerechnet, dass das Verhalten einer Stadt-Delegation so heftige Wellen auslösen könnte“, und unterstellt damit, als habe es tatsächlich ein wie auch immer geartetes „ungebührliches Verhalten” gegeben, was ich bis heute bestreite. Es wird immer wieder so getan, als sei die Reise nach China nicht ein anstrengender Sitzungsmarathon, sondern eine gemütliche Urlaubsfahrt gewesen („Es geht ja nicht darum, dass man bei einer Fahrt in die Ferne nicht gemütlich ein Gläschen hebt“). Damit wird unterschwellig behauptet, es habe irgendwelche Trinkexzesse gegeben. Doch das lässt sich alleine deshalb nicht belegen, weil es keine gegeben hat!

 

Ich habe selbstverständlich an allen acht offiziellen Terminen der Delegation teilgenommen und lediglich einen Programmpunkt krankheitsbedingt absagen müssen. Was aber die WAZ nicht davon abhält, Lügen zu verbreiten und einen ungenannten Beobachter zu zitieren: „Als ich gegen 9.30 Uhr die 27. Etage des Hotels in Wuhan betrat, um zu frühstücken, war ich sehr erstaunt, dort sowohl auf den Kulturdezernenten als auch auf die Bürgermeisterin zu treffen.“ Zunächst einmal: Weil ich an diesem Tag krank war, war ich überhaupt nicht frühstücken und aus diesem Grund eben auch nicht zu dem besagten Delegationstermin! Und auch unser Kulturdezernent gehört meines Wissens zu denjenigen Menschen, die morgens überhaupt nicht frühstücken. Auf jeden Fall habe ich unseren Kulturdezernenten an besagtem Tag definitiv nicht beim Frühstücken getroffen.

 

Weiter heißt es dann: „Sie [also ich, Doris Janicki] machte nicht den Eindruck als habe sie Fieber und Schüttelfrost. Dies ließe sich durch eine größere Anzahl von Mitgliedern des Orchesters verifizieren.“ Einmal abgesehen davon, dass selbst ein versierter Arzt wohl kaum eine solche Ferndiagnose stellen würde, wird dann die Behauptung dadurch unterstrichen, dass sie angeblich durch „eine größere Anzahl von Mitgliedern des Orchesters“ bezeugt werden könne, um so den Eindruck zu erwecken, dass es so und nicht anders gewesen sei. Behauptungen werden aber nicht dadurch wahrer, dass solch ein Unsinn kolportiert wird, der erstunken und erlogen ist!

 

Trotzdem wird nochmal nachgelegt: „Aber darum geht es eigentlich nicht wirklich. [...] Es geht darum, dass bei dieser Reise bei vielen Teilnehmern der Eindruck entstand, dass die [...] Delegation [...] sehr wenig Interesse an den Belangen des Orchesters zeigte.“ Auch dies entspricht nicht der Wahrheit. Wie es dem Sinn und Zweck einer solchen Reise entspricht, sind gerade vielfach Kontakte zu einzelnen Mitgliedern des Orchesters und den Verantwortlichen geknüpft worden. Als kulturpolitische Sprecherin der Fraktion bin ich mir der Bedeutung und der Außenwirkung der Duisburger Philharmoniker für die Stadt sehr wohl bewusst. Und ich glaube, keine/r bei uns in der Fraktion würde bestreiten, dass die Philharmoniker ein wichtiges Aushängeschild sind, die ihr „Geld“ wert sind.

 

In der Presse wird jedoch weiter versucht, miese Stimmung zu machen: „Es kam in dieser Pressekonferenz [...] nicht die Sprache auf die bereits kritisierte Rede der Bürgermeisterin Doris Janicki, deren Engagement in China in Duisburg auch bereits andere Grüne zu einer Grundkritik inspirierte.“ Bei der „bereits kritisierten Rede” handelt es sich um eine Kritik, die lediglich von der WAZ in einem Beitrag am 16. Oktober vorgetragen wurde. Von den „anderen Grünen”, die zu einer „Grundkritik inspiriert” worden seien, habe ich bis heute nichts gehört. Im Gegenteil, andere – wie beispielsweise Alt-Oberbürgermeister Josef Krings – fanden diese Rede nämlich gut. Nun kann man mit einer Rede nie alle zufrieden stellen und man sollte es auch gar nicht erst versuchen. Aber zu der von mir in dieser Rede formulierten Kritik an den chinesischen Verhältnissen, daran, dass die rasante wirtschaftliche Entwicklung Chinas die Menschen zu vergessen scheint – dazu stehe ich bis heute und würde als Grüne diese Kritik auch jederzeit wiederholen.

 

Liebe Freundinnen und Freunde, ich hoffe, ich habe euch darlegen können, dass die Kritik an der Chinareise vollkommen unberechtigt ist und nur den Ruf der Stadt und mich verletzt. Ich hoffe auch, dass ihr mich und die grüne Ratsfraktion weiterhin aktiv unterstützt und verbleibe

 

mit grünen Grüßen

 

eure Doris Janicki